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E-Commerce

Online-Shop erstellen lassen: So läuft ein Shopify-Projekt ab, von der Anfrage bis zum Launch

Hanno Fäßler ·

Zuletzt aktualisiert: 3. August 2026

Ein Shopify-Shop, fertig in 4 Wochen, für unter 3.000 Euro. Solche Anfragen erreichen uns jede Woche. Und die Suchanfragen, über die Leute auf diese Website kommen, klingen genauso: maximal 10.000 Euro Budget, Umsetzung in 6 Wochen, Conversion-Optimierung bitte gleich eingebaut.

Die Erwartung ist nachvollziehbar. Sie passt nur nicht zu dem, was ein Online-Shop heute leisten muss. Ein Shop, der Besucher zu Käufern macht, ist kein Webdesign-Projekt mit Warenkorb. Er ist ein Verkaufssystem. Und ein Verkaufssystem baut man in Phasen, mit klaren Zuständigkeiten und einem Zeitplan, der von den Inhalten abhängt, nicht von der Technik.

Wir bauen und optimieren Shopify-Shops für Marken in Österreich, Deutschland und der Schweiz, von Lebensmittel bis Sport und Hobby. In diesem Artikel zeige ich dir, wie ein Shopify-Projekt bei einer spezialisierten Agentur tatsächlich abläuft: die 5 Phasen, realistische Zeiträume, die Aufgaben, die bei dir liegen, und die Punkte, an denen Projekte in der Praxis hängen bleiben. Damit kannst du Angebote besser einordnen und dein eigenes Projekt realistisch planen, egal ob du bei uns anfragst oder woanders.

Was du beauftragst, wenn du einen Online-Shop beauftragst

Im ersten Workshop mit neuen Kunden stellen wir immer dieselbe Aufgabe: Beschreib den Weg eines Neukunden von der Werbeanzeige bis zur zweiten Bestellung. Die meisten kommen bis zum Kauf. Danach wird es leise. Genau da entscheidet sich aber, ob der Shop Geld verdient, denn die erste Bestellung deckt bei vielen Marken kaum die Werbekosten.

Deshalb umfasst ein sauberes Shop-Projekt mehr als Design und Technik. Es umfasst die Positionierung (warum kauft jemand bei dir statt bei den drei Mitbewerbern im selben Google-Ergebnis), die Seitenstruktur, verkaufsstarke Produktseiten, einen reibungslosen Checkout, ein sauberes Tracking und die E-Mail-Strecken, die aus Erstkäufern Stammkunden machen. Alles davon lässt sich in Shopify + Plugins abbilden. Aber nichts davon entsteht nebenbei, während jemand ein Theme einrichtet.

Ein Beispiel aus der Praxis, anonymisiert: ein Kunde aus dem Bereich Sport und Hobby kam mit einem optisch fertigen Shop zu uns, gebaut von einem Freelancer in fünf Wochen. Sah relativ gut aus, verkaufte jedoch kaum. Es fehlte alles, was man nicht sieht: das Kauf-Ereignis kam nicht im Tracking an, die Produktseiten hatten keine Kaufargumente gelistet, die Sprache war technisch und nicht an die Zielgruppe angepasst und nach der Bestellung passierte nichts mehr, keine einzige automatisierte E-Mail. Der Neuaufbau dieser unsichtbaren Ebene hat länger gedauert als der ursprüngliche Shop. Genau diese Ebene ist der Unterschied zwischen den beiden Projektarten und sie erklärt den Unterschied bei Dauer und Preis.

Wenn du das im Kopf hast, ergeben die folgenden Phasen von selbst Sinn.

Die 5 Phasen eines Shopify-Projekts

Phase 1: Strategie und Konzept (Woche 1 bis 2)

Am Anfang steht keine Zeile Code, sondern ein Onboarding. Sortiment, Margen, Zielgruppe, bisherige Verkaufskanäle, Werbebudget nach dem Launch. Daraus entsteht das Konzept: welche Produkte in den Vordergrund gehören, wie die Kategorie- und Produktstruktur aussieht, welche Seiten der Shop wirklich braucht und welche nicht.

Der Punkt, der hier am meisten Zeit verdient, ist die Positionierung. In fast jedem Sortiment gibt es ein oder zwei Produkte, die das Zeug zum Einstiegsprodukt haben: gute Marge, erklärbarer Nutzen, geringe Retourenquote. Um diese Produkte herum baut man den Shop, die Startseite und später die Werbung. Ein Shop, der 200 Produkte gleich wichtig behandelt, behandelt in der Praxis keines davon wichtig. Diese Entscheidung kostet im Meeting nach dem Onboarding oft zwei Stunden Diskussion. Sie nachträglich zu treffen kostet einen Relaunch.

In dieser Phase fallen auch die technischen Grundsatzentscheidungen: Shopify-Plan, Zahlungsarten, Versandlogik, Anbindungen an Warenwirtschaft oder Buchhaltung, und das Tracking-Konzept inklusive Consent-Lösung für den DSGVO-Raum. Wer diese Entscheidungen erst in der Umsetzung trifft, baut doppelt.

Ergebnis der Phase: ein schriftliches Konzept mit Seitenstruktur, Funktionsumfang und Zeitplan, das beide Seiten freigeben.

Phase 2: Struktur und Design (Woche 2 bis 4)

Erst jetzt geht es an die Gestaltung – und zwar in einer klaren Reihenfolge: zuerst die Struktur der wichtigsten Seitentypen (Startseite, Kategorieseite, Produktseite, Warenkorb), dann das visuelle Design darüber. Mobile zuerst, denn je nach Branche kommen 60 bis 80 Prozent der Shop-Besucher über das Smartphone.

Ob dafür ein angepasstes Standard-Theme oder ein individuelles Design sinnvoll ist, hängt vom Budget und von der Marke ab. Für die meisten Shops unter einer Million Jahresumsatz ist ein hochwertiges Theme mit gezielten Anpassungen die wirtschaftlichere Wahl. Die Conversion entscheidet sich selten am individuellen Design, sondern an Struktur, Argumentation und Vertrauen. Wie eine Produktseite aufgebaut sein muss, damit sie verkauft, haben wir in einem eigenen Beitrag zur Optimierung von Shopify-Produktseiten im Detail beschrieben.

Ergebnis der Phase: freigegebene Entwürfe für die zentralen Seitentypen, mobil und Desktop.

Phase 3: Umsetzung (Woche 3 bis 6)

Die Umsetzung läuft teilweise parallel zum Design. Theme-Einrichtung, Apps (so wenige wie möglich, jede App kostet Ladezeit und oft eine Monatsgebühr, wir starten meist mit unter fünf bis zehn), Produktdaten, Zahlungsarten, Versandzonen, Steuersätze, Rechtstexte, Consent-Banner. Für Shops in Österreich kommen Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und je nach Sortiment Kennzeichnungspflichten dazu, etwa Grundpreise bei Lebensmitteln.

Der unterschätzte Teil dieser Phase sind die Inhalte. Produkttexte, Produktbilder, Kategorietexte, die Über-uns-Seite. In unseren Projekten ist das der häufigste Grund für Verzögerungen, und zwar mit Abstand. Die Technik steht oft zwei Wochen bevor die letzten Produkttexte da sind. Dazu unten mehr, denn dieser Punkt liegt fast immer beim Auftraggeber.

Ergebnis der Phase: ein vollständig eingerichteter Shop im Passwort-Modus.

Phase 4: Testing und Launch (Woche 6 bis 8)

Vor dem Launch wird bestellt. Echte Testbestellungen mit jeder Zahlungsart, auf verschiedenen Geräten, inklusive Storno und Rückerstattung. Dazu die Tracking-Validierung: kommen Kauf-Ereignisse sauber in Google Analytics und im Meta Event Manager an, stimmen die Umsatzwerte, greift der Consent-Banner korrekt. Ein Shop, der ohne validiertes Tracking live geht, verbrennt ab Tag eins Werbebudget, weil niemand messen kann, welche Kampagne verkauft. Hinzu kommen die rechtlichen Risiken, die Abmahn-Anwälte und Konkurrenten gerne im Blick behalten.

Bei einer Migration von einem bestehenden System kommt die Weiterleitungs-Logik dazu: jede alte URL, die bei Google rankt, braucht eine Weiterleitung auf die neue Adresse, sonst ist die aufgebaute Sichtbarkeit nach dem Umzug weg.

Der Launch selbst ist dann unspektakulär: Passwort weg, Domain umgestellt, Monitoring an. Genau so soll es sein.

Phase 5: Nach dem Launch (ab Woche 8)

Jetzt beginnt der Teil, der über den Umsatz entscheidet. Die ersten Wochen liefern echte Daten: wo Besucher aussteigen, welche Produkte funktionieren, wie sich der Warenkorbwert entwickelt. Aus diesen Daten entsteht die Optimierungs-Roadmap. Parallel gehen die E-Mail-Strecken live, vom Willkommens-Flow bis zur Warenkorbabbrecher-Serie. In welcher Reihenfolge du diese Flows aufbaust, haben wir im Beitrag zur richtigen Reihenfolge der Klaviyo-Flows beschrieben.

Ob diese Phase Teil des Projekts ist oder als laufende Betreuung weiterläuft, gehört ins Angebot. Wichtig ist nur: sie muss stattfinden, bei irgendwem mit Expertise und Erfahrung.

Wie lange ein Shopify-Projekt dauert

Aus unseren Projekten und den Erfahrungswerten aus dem Markt ergeben sich drei typische Bandbreiten:

  • Fokussierter Start-Shop: 4 bis 6 Wochen. Kleines Sortiment (bis etwa 30 Produkte), angepasstes Theme, Standard-Zahlungsarten, Inhalte liegen zum Projektstart vollständig vor. Das ist die Untergrenze für ein sauberes Projekt, nicht der Normalfall.
  • Typisches Marken-Projekt: 8 bis 10 Wochen. Mittleres Sortiment, individuelle Anpassungen am Theme, E-Mail-Grundausstattung, Tracking-Setup, mehrere Feedback-Runden.
  • Migration oder B2B-Setup: 2 bis 6 Monate. Datenübernahme aus dem Altsystem, Weiterleitungs-Konzept, Schnittstellen zu Warenwirtschaft, Preislogiken für Händler.

Interessant ist, wovon die Dauer NICHT abhängt: von der Technik. Shopify einzurichten ist einfach planbar. Was Projekte streckt, sind fehlende Inhalte, langsame Feedback-Schleifen und Entscheidungen, die mitten im Projekt neu aufgemacht werden. Ein Projekt, bei dem der Auftraggeber innerhalb von zwei Werktagen Feedback gibt und die Inhalte zum Start liefert, ist realistisch doppelt so schnell fertig wie dasselbe Projekt mit zwei Wochen Reaktionszeit pro Runde.

Zur eingangs erwähnten Anfrage: ein Shop in 4 Wochen ist machbar, wenn Sortiment, Inhalte und Entscheidungswege dafür gebaut sind. Ein Shop in 4 Wochen mit laufender Conversion-Optimierung, individueller Gestaltung und nebenbei gelieferten Texten ist ein Zeitplan aus dem Prospekt, nicht aus der Praxis.

So sieht ein realistischer 10-Wochen-Plan aus

Damit die Bandbreiten greifbar werden, hier der Zeitplan eines typischen Marken-Projekts, wie er bei uns im Projektstart steht. Die Wochen überlappen bewusst, weil Design und Umsetzung parallel laufen können, sobald die Struktur freigegeben ist:

  • Woche 1 bis 2: Onboarding, Kick-Off, Konzept, Seitenstruktur, Tracking-Konzept. Freigabe des Konzepts am Ende von Woche 2. Parallel bei dir: Produktdaten definieren/befüllen.
  • Woche 3 bis 4: Struktur-Entwürfe für Startseite, Kategorie- und Produktseite, danach Design. Parallel bei dir: Bildmaterial sichten und nachproduzieren, wo Lücken sind.
  • Woche 5 bis 7: Umsetzung im Theme, Produktdaten-Import, Zahlungsarten, Versand, Rechtstexte, Consent-Setup. Erste Review-Runde am lebenden Shop im Passwort-Modus.
  • Woche 8: Inhalts-Feinschliff, zweite Review-Runde, offene Punkte schließen.
  • Woche 9: Testbestellungen, Geräte-Checks, Tracking-Validierung, bei Migrationen der Weiterleitungs-Test.
  • Woche 10: Launch am Wochenanfang (nie am Freitag), Monitoring, Übergabe-Termin mit Schulung.

Jede Review-Runde ist mit Datum eingeplant, inklusive der Frist für dein Feedback. Das wirkt am Anfang streng. Es ist der Grund, warum das Projekt in Woche 10 live ist.

Was du als Auftraggeber beitragen musst

Der Teil, der in Angeboten am seltensten steht, und der häufigste Grund, warum Zeitpläne kippen. Diese Aufgaben liegen bei dir, egal welche Agentur du beauftragst:

  • Produktdaten: Titel, Beschreibungen (wenigstens Stichworte), Preise, Varianten, Lagerstände, am besten als strukturierte Tabelle. Bei 200 Produkten ist das eine Wochenaufgabe, keine Nachmittagsaufgabe.
  • Bildmaterial: Produktfotos in brauchbarer Auflösung, freigestellt oder im einheitlichen Stil. Fehlende Bilder sind nach fehlenden Texten der zweithäufigste Zeitfresser.
  • Entscheidungen und Feedback: eine Person auf deiner Seite, die freigeben darf, und Feedback-Runden innerhalb weniger Werktage. Drei Gründer mit Vetorecht und ohne gemeinsamen Termin kosten Wochen.
  • Rechtliches und Konten: Firmendaten für die Rechtstexte, Zugang zu Domain, Zahlungsanbieter-Verifizierung (die Freischaltung bei den Anbietern dauert teils mehrere Tage und lässt sich nicht beschleunigen – wenn nicht über shopify Payments abgebildet).

Eine gute Agentur macht diese Abhängigkeiten am Projektstart transparent und plant sie ein. Verschwinden sie aus dem Zeitplan, verschwinden sie nicht aus dem Projekt, sie tauchen nur später als Verzögerung wieder auf.

Zur Zusammenarbeit selbst: die Projekte, die bei uns am rundesten laufen, haben einen festen Wochen-Rhythmus. Ein kurzer Termin oder ein schriftliches Update pro Woche, ein gemeinsames Board mit offenen Punkten, und ein Kanal für Rückfragen statt fünf paralleler E-Mail-Verläufe. Das klingt banal. In der Praxis unterscheidet genau das ein 10-Wochen-Projekt von einem 20-Wochen-Projekt, weil Entscheidungen dort fallen, wo sie anstehen, statt sich am Ende zu stauen.

Woran du im Angebot erkennst, ob der Ablauf durchdacht ist

Wenn du Angebote vergleichst, sagt der Preis allein wenig. Zwei Angebote über 8.000 Euro können komplett verschiedene Projekte beschreiben: einmal mit Konzeptphase, Tracking und Testwoche, einmal ohne alles davon. Mehr als die Zahl verraten dir diese Punkte:

  • Phasen mit Ergebnissen: Das Angebot benennt Projektphasen und was am Ende jeder Phase freigegeben wird. Ein Pauschalpreis mit Endtermin und ohne Zwischenstände macht Probleme erst beim Launch sichtbar.
  • Tracking als Projektbestandteil: Analytics, Pixel und Consent-Setup stehen explizit im Umfang. Fehlt der Punkt, bekommst du einen Shop ohne Messbarkeit.
  • Klare Zulieferungen: Das Angebot listet auf, was du wann liefern musst. Das ist kein Abwälzen, das ist Projektplanung.
  • Ein Plan für die Zeit nach dem Launch: Ob Betreuung, Übergabe-Schulung oder Optimierungs-Roadmap: irgendetwas muss nach dem Livegang passieren, und das Angebot sagt was.
  • Eine Aussage zur Testphase: Testbestellungen, Geräte-Checks und Tracking-Validierung brauchen Zeit im Plan. Ein Zeitplan, bei dem am letzten Tag umgestellt wird, hat diese Zeit nicht.

Der Launch ist der Startpunkt, nicht das Projektende

Die wichtigste Erwartungskorrektur zum Schluss. Ein neuer Shop verkauft am Tag eins fast nie besser als geplant, weil noch keine Daten da sind, an denen man drehen kann. In unseren Projekten liegt die Conversion-Rate in den ersten Wochen nach dem Launch je nach Branche und Traffic-Quelle irgendwo zwischen 1,5 und 2,5 Prozent. Die Bewegung nach oben kommt aus der Arbeit danach: Produktseiten nachschärfen, Checkout-Reibung entfernen, Vertrauen aufbauen, E-Mail-Strecken ausbauen. Die Shops, die nach 6 bis 12 Monaten deutlich über dem Marktschnitt konvertieren, sind die, bei denen nach dem Launch systematisch weitergearbeitet wurde: Hypothese, Test, Auswertung, nächster Schritt. Wie dieser Prozess aussieht, steht ausführlich in unserem Leitfaden zur Shopify-Conversion-Rate-Optimierung.

Plane deshalb Budget und Energie für beide Teile: den Bau und die ersten Monate danach. Ein solider Shop mit laufender Optimierung schlägt einen perfekten Shop, der nach dem Launch eingefroren wird. In jedem Markt, den wir kennen.

Wann eine Agentur Sinn macht und wann nicht

Ehrliche Einordnung: du brauchst nicht für jeden Shop eine Agentur. Wenn du eine Geschäftsidee erst testen willst, mit kleinem Sortiment und ohne Werbebudget, ist ein selbst eingerichtetes Theme der vernünftigere Weg. Shopify ist genau dafür gebaut und das Gelernte ist später Gold wert.

Eine Shopify-Agentur lohnt sich, wenn Umsatzziele am Shop hängen: wenn du migrierst und deine Google-Rankings nicht verlieren darfst, wenn nach dem Launch Werbebudget fließen soll und das Tracking von Anfang an stimmen muss, oder wenn dein Team die Zeit für ein sauberes Projekt schlicht nicht hat. Dann kauft das Budget vor allem eines: dass die teuren Fehler nicht passieren.

Häufige Fragen zum Ablauf eines Shopify-Projekts

Wie lange dauert es, einen Shopify-Shop erstellen zu lassen?

Ein fokussierter Start-Shop mit fertigen Inhalten dauert 4 bis 6 Wochen, ein typisches Marken-Projekt 8 bis 12 Wochen, Migrationen und B2B-Projekte 2 bis 6 Monate. Der größte Zeitfaktor sind Inhalte und Feedback-Geschwindigkeit, nicht die Technik.

Kann ein Shopify-Shop in 4 Wochen fertig sein?

Ja, unter Bedingungen: kleines bzw genau definiertes Sortiment, die meisten Texte und Bilder liegen zum Start vor, ein Entscheider mit schnellen Freigaben, Standard-Zahlungsarten und ein angepasstes Theme statt Individual-Design. Fehlt eine dieser Bedingungen, wird der Zeitplan unrealistisch.

Was kostet ein Shopify-Shop bei einer Agentur?

Die Bandbreite im DACH-Raum reicht grob von 5.000 bis 25.000 Euro für ein fokussiertes Projekt auf Theme-Basis bis in den höheren fünfstelligen Bereich für Migrationen und individuelle Setups. Entscheidend ist weniger die Zahl als das, was drinsteckt: Konzept, Tracking und Testphase machen den Unterschied zwischen einem Shop und einem Verkaufssystem.

Was muss ich als Auftraggeber selbst liefern?

Produktdaten, Bildmaterial, Firmendaten für die Rechtstexte, Zugänge zu Domain und Zahlungsanbietern sowie zeitnahes Feedback. Diese Zulieferungen bestimmen den Zeitplan stärker als jeder technische Faktor.

Was passiert nach dem Launch?

Die ersten Wochen liefern die Daten für die Optimierung: Absprungstellen, Produkt-Performance, Warenkorbwert. Daraus entsteht die Roadmap für Conversion-Optimierung und E-Mail-Marketing. Ob das die Agentur übernimmt oder dein Team, sollte vor Projektstart geklärt sein.

Welche Rolle spielt SEO beim Neuaufbau eines Shops?

Beim Neuaufbau legt das Projekt die Grundlagen: saubere Seitenstruktur, sprechende URLs, schnelle Ladezeiten, korrekte Produktdaten-Auszeichnung. Rankings selbst entstehen danach über Monate, durch Inhalte und Verlinkung. Wer mit organischem Traffic plant, sollte das Content-Thema deshalb direkt nach dem Launch angehen, nicht irgendwann.

Wie läuft eine Migration von WooCommerce oder einem anderen System zu Shopify?

Zusätzlich zu den fünf Phasen kommen Datenübernahme (Produkte, Kunden, Bestellungen), ein Weiterleitungs-Konzept für alle rankenden URLs und ein Parallelbetrieb bis zum Stichtag. Der SEO-Teil ist der kritischste: ohne sauberes Weiterleitungs-Konzept verliert der Shop nach dem Umzug Sichtbarkeit, die eventuell bereits über Jahre aufgebaut wurde.

Was du jetzt tun kannst

Drei Wege, je nachdem wo du stehst:

  • Du planst gerade: Stell die Inhalte zusammen, bevor du Angebote einholst. Eine Produktdaten-Tabelle und ein Ordner mit Bildern machen jedes Angebot präziser und jeden Zeitplan realistischer.
  • Du vergleichst Angebote: Leg die fünf Punkte aus diesem Artikel neben jedes Angebot. Phasen, Tracking, Zulieferungen, Testphase, Plan nach dem Launch.
  • Du willst es mit uns durchsprechen: Schreib mir. Wir schauen uns dein Vorhaben an und sagen dir ehrlich, welcher Weg für deine Größe der richtige ist, auch wenn es der ohne Agentur ist.

Beides ist okay, Hauptsache du startest mit einem realistischen Plan.


Hanno Fäßler ist Gründer der gleichnamigen eCommerce-Agentur in Dornbirn und TÜV-zertifizierter Exüerte in Verkaufspsychologie. Er baut und optimiert mit seinem Team Shopify-Shops für Marken in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Benchmarks in diesem Artikel stammen aus laufenden Kundenprojekten und sind als Bandbreiten anonymisiert.

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