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Google Ads

Google Ads für Online-Shops: Der Einsteiger-Guide für E-Commerce 2026

Hanno Fäßler ·

Du hast einen Online-Shop und überlegst, mit Google Ads zu starten? Gute Entscheidung. Während Meta Ads Menschen erreicht, die noch nicht aktiv suchen, fängt Google Ads die Kaufabsicht ein: Jemand tippt „rote Sneaker Herren kaufen“ bei Google ein – und dein Produkt erscheint. In diesem Guide zeigen wir dir, wie du als E-Commerce-Einsteiger deine ersten Google-Ads-Kampagnen aufbaust.

Warum Google Ads für E-Commerce unverzichtbar ist

Google verarbeitet täglich über 8,5 Milliarden Suchanfragen. Ein relevanter Teil davon hat eine klare Kaufabsicht – und genau hier liegt der Unterschied zu anderen Kanälen:

  • Suchintention: Nutzer suchen aktiv nach Produkten. Du musst keine Nachfrage erzeugen, du fängst bestehende Nachfrage ab.
  • Messbarkeit: Jeder Klick, jede Conversion, jeder Euro ist nachvollziehbar.
  • Skalierbarkeit: Von 10 €/Tag bis 10.000 €/Tag – Google Ads wächst mit deinem Shop.
  • Sofortige Sichtbarkeit: Anders als SEO bringt Google Ads ab Tag 1 Traffic.

Die drei Kampagnentypen, die du kennen musst

1. Google Shopping (Product Listing Ads)

Shopping-Anzeigen zeigen dein Produktbild, den Preis und den Shop-Namen direkt in den Suchergebnissen. Sie sind der wichtigste Kampagnentyp für E-Commerce, weil:

  • Nutzer sehen das Produkt vor dem Klick (qualifiziert den Traffic)
  • Der Preis ist sichtbar (filtert preissensitive Nutzer)
  • CPCs sind oft niedriger als bei Search-Kampagnen
  • Keine Keyword-Recherche nötig – Google matched automatisch anhand deines Produkt-Feeds

Voraussetzung: Ein Google Merchant Center-Konto mit einem sauberen Produkt-Feed (dazu gleich mehr).

2. Search-Kampagnen (Textanzeigen)

Klassische Textanzeigen, die über und unter den organischen Suchergebnissen erscheinen. Für E-Commerce besonders relevant bei:

  • Branded Keywords: Wenn jemand nach deinem Shop-Namen sucht
  • Kategorie-Keywords: „Bio Hundefutter kaufen“, „Yoga Matte nachhaltig“
  • Problem-Keywords: „Was hilft gegen trockene Haut“ → dein Produkt als Lösung

3. Performance Max (PMax)

Googles KI-gestützte Kampagne, die über alle Google-Kanäle ausspielt: Search, Shopping, YouTube, Display, Discover, Gmail. Für Einsteiger ist PMax attraktiv, weil:

  • Google optimiert automatisch über alle Kanäle
  • Weniger manuelles Management nötig
  • Kombination aus Shopping + Search + Display in einer Kampagne

Aber Vorsicht: PMax ist (oft noch) eine Black Box. Du siehst weniger Daten als bei separaten Kampagnen und hast weniger Kontrolle. Wir empfehlen Einsteigern, parallel eine Standard-Shopping-Kampagne zu betreiben, um Vergleichsdaten zu haben. Es gibt jedoch Möglichkeiten, über eigene Scripts, Einblicke in diese Black Box zu erhalten.

Schritt 1: Google Merchant Center einrichten

Bevor du Shopping-Kampagnen schalten kannst, brauchst du ein Google Merchant Center. Hier hinterlegst du deinen Produkt-Feed – quasi dein Produktkatalog in einem Format, das Google versteht.

Produkt-Feed Basics

Die wichtigsten Felder in deinem Feed:

FeldWas du eintragen musstWarum es wichtig ist
titleProduktname + wichtigste Attribute (Farbe, Größe, Marke)Bestimmt, bei welchen Suchanfragen dein Produkt erscheint
descriptionDetaillierte Produktbeschreibung mit relevanten KeywordsGoogle nutzt sie für das Matching mit Suchanfragen
priceAktueller Verkaufspreis inkl. MwSt. + WährungWird direkt in der Anzeige angezeigt
image_linkHochauflösendes Produktbild (min. 800×800 px)Wichtigstes Element für die Klickrate
availabilityin_stock / out_of_stockNicht verfügbare Produkte werden nicht ausgespielt
gtin / mpnEAN/GTIN oder HerstellernummerHilft Google bei der Produktidentifikation

Tipps für einen starken Produkt-Feed:

  • Titel optimieren: Statt „T-Shirt blau“ besser „Herren T-Shirt Bio-Baumwolle Blau – Fair Trade“. Relevante Attribute im Titel erhöhen die Sichtbarkeit.
  • Professionelle Bilder: Weißer Hintergrund, gut ausgeleuchtet, Produkt klar erkennbar. Lifestyle-Bilder als zusätzliche Bilder, nicht als Hauptbild.
  • Feed aktuell halten: Preise und Verfügbarkeit müssen mit deinem Shop übereinstimmen. Shopify, WooCommerce und andere Plattformen haben Plugins dafür.

Schritt 2: Deine erste Shopping-Kampagne

Dein Merchant Center ist eingerichtet, der Feed ist genehmigt – jetzt geht es an die erste Kampagne.

Setup-Anleitung

  1. Kampagne erstellen: Google Ads → Neue Kampagne → Ziel: Umsätze → Kampagnentyp: Shopping
  2. Merchant Center verknüpfen: Dein zuvor eingerichtetes Konto auswählen
  3. Land und Sprache: Österreich/Deutschland/Schweiz, Deutsch
  4. Gebotstrategie: Starte mit „Conversions maximieren“ (berechne vorher deinen Break-even ROAS)
  5. Tagesbudget: Minimum 20 €/Tag für aussagekräftige Daten (30–50 € ideal)
  6. Produktgruppen: Starte mit allen Produkten, segmentiere später nach Performance

Die ersten 2 Wochen: Was du erwarten kannst

Woche 1: Google sammelt Daten. Die Performance wird schwanken. Das ist normal. Widerstehe dem Impuls, alles umzubauen.

Woche 2: Erste Muster werden sichtbar. Welche Produkte bekommen Impressions? Welche werden geklickt? Erste Conversions (hoffentlich). Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für erste Optimierungen.

Schritt 3: Keyword-Recherche für Search-Kampagnen

Parallel zu Shopping solltest du eine Search-Kampagne für deine wichtigsten Kategorien aufbauen. Hier wird nach Keywords gearbeitet.

Keyword-Typen für E-Commerce

TypBeispielKaufabsichtCPC
Branded„[dein Shop-Name]“Sehr hochNiedrig
Produkt-spezifisch„Nike Air Max 90 schwarz“HochMittel–Hoch
Kategorie„Laufschuhe Herren“MittelMittel
Problem/Lösung„beste Schuhe bei Knieproblemen“MittelNiedrig–Mittel
Informational„welche Laufschuhe sind gut“NiedrigNiedrig

Für den Start: Konzentriere dich auf Branded Keywords und produktspezifische Keywords. Die haben die höchste Conversion Rate und verursachen die wenigsten Streuverluste.

Match Types richtig nutzen

  • Exact Match [keyword]: Höchste Kontrolle, niedrigstes Volumen. Ideal für Branded und produkt-spezifische Keywords.
  • Phrase Match „keyword“: Guter Kompromiss zwischen Kontrolle und Reichweite. Empfehlung für den Start.
  • Broad Match keyword: Höchstes Volumen, aber auch die meisten irrelevanten Klicks. Nur mit Smart Bidding nutzen.

Unser Tipp: Starte mit Phrase Match und füge eine negative Keyword-Liste hinzu. Prüfe wöchentlich den Suchbegriffe-Report und schließe irrelevante Begriffe aus.

Schritt 4: Conversion-Tracking einrichten

Ohne Tracking fliegst du blind. Und blind Geld ausgeben ist das Teuerste, was du tun kannst.

Was du tracken musst

  • Kauf (Purchase): Die wichtigste Conversion. Inklusive Warenkorbwert.
  • In den Warenkorb: Zeigt dir, welche Produkte Interesse wecken.
  • Checkout begonnen: Zeigt dir, wo Nutzer abspringen.

Enhanced Conversions aktivieren

Enhanced Conversions senden gehashte Kundendaten (E-Mail, Name) an Google, um Conversions besser zuzuordnen – besonders wichtig in einer Welt ohne Third-Party-Cookies. Die meisten Shop-Plattformen (Shopify, WooCommerce) bieten das als einfache Integration an.

Ohne Enhanced Conversions verlierst du 15–30 % deiner Conversion-Daten. Das verzerrt alle deine Optimierungsentscheidungen.

Schritt 5: Budget und Gebotstrategie

Budget für den Einstieg

Unsere Empfehlung für E-Commerce-Einsteiger:

KampagneTagesbudgetMonatsbudgetZiel
Shopping30–50 €900–1.500 €Produkt-Sichtbarkeit & erste Sales
Search (Branded)10–15 €300–450 €Branded Traffic absichern
Search (Kategorie)20–30 €600–900 €Neue Kunden über Suchintention
Gesamt60–95 €1.800–2.850 €

Mit 2.000–3.000 € im Monat generierst du genug Daten, um innerhalb von 4–6 Wochen fundierte Optimierungsentscheidungen zu treffen.

Gebotsstrategien für Einsteiger

  1. Phase 1 (Woche 1–4): Conversions maximieren – Google sammelt Daten und lernt, wer kauft.
  2. Phase 2 (ab Woche 5): Ziel-ROAS einführen – Sobald du 30+ Conversions hast, kannst du einen Ziel-ROAS setzen. Starte konservativ (z. B. 300 % wenn dein Ziel 400 % ist).

Die 5 häufigsten Einsteiger-Fehler

1. Produkt-Feed vernachlässigen

Der Feed ist das Fundament deiner Shopping-Kampagnen. Schlechte Titel, fehlende GTINs und veraltete Preise kosten dich Sichtbarkeit und Geld. Investiere Zeit in Feed-Optimierung, bevor du am Budget drehst.

2. Keine negativen Keywords

Ohne negative Keywords zahlst du für irrelevante Klicks. „Gratis“, „gebraucht“, „Bewertung“, „Test“ – solche Begriffe sollten von Anfang an ausgeschlossen sein.

3. Zu viele Kampagnen auf einmal

Starte mit 2–3 Kampagnen. Jede Kampagne braucht Budget für signifikante Daten. Wenn du 5 Kampagnen mit je 10 € betreibst, lernt keine davon etwas Sinnvolles.

4. Zu früh aufgeben

Google Ads braucht 4–6 Wochen für die Optimierung. Wer nach einer Woche ohne Sales aufgibt, hat kein Google-Ads-Problem – sondern ein Geduld-Problem.

5. Landingpages ignorieren

Die beste Kampagne bringt nichts, wenn die Landingpage nicht konvertiert. Mobile-Optimierung, schnelle Ladezeit, klare Produktbilder, Vertrauenssignale (Bewertungen, Gütesiegel) – das alles beeinflusst deinen ROAS direkt.

Optimierung nach dem Start

Nach den ersten 2–4 Wochen hast du genug Daten für die ersten Optimierungsrunden:

Wöchentliche Routine (30 Min.)

  • Suchbegriffe-Report prüfen: Irrelevante Begriffe als negative Keywords hinzufügen
  • Produkt-Performance: Welche Produkte performen gut/schlecht? Schlecht performende Produkte ggf. aus der Kampagne ausschließen.
  • Geräte-Performance: Mobile vs. Desktop – oft unterscheiden sich CPC und CVR deutlich
  • Tageszeit und Wochentag: Gibt es Muster? Freitag-Sonntag oft besser für B2C.

Monatliche Optimierung (1–2 Std.)

  • Feed-Titel überarbeiten für Produkte mit vielen Impressions aber wenig Klicks
  • Gebotstrategie anpassen: Genug Conversions für Ziel-ROAS? Dann wechseln.
  • Kampagnenstruktur evaluieren: Top-Produkte in eigene Kampagne mit höherem Budget?
  • Wettbewerb analysieren: Preis-Check bei Google Shopping – bist du konkurrenzfähig?

Google Ads vs. Meta Ads: Was ist besser für E-Commerce?

Kurze Antwort: Beides. Aber unterschiedlich.

Google AdsMeta Ads
StärkeKaufabsicht abfangenNachfrage erzeugen
Funnel-PositionBottom of FunnelTop & Middle of Funnel
Ideal fürProdukte mit aktivem SuchvolumenVisuelle / emotionale Produkte
Creative-AufwandGering (Feed + Text)Hoch (Video, Bilder, UGC)
EinstiegSchnell – wenn Suchvolumen vorhandenSchnell – aber Creative-Produktion nötig

Für die meisten Online-Shops empfehlen wir, mit Google Shopping zu starten (niedrigeres Risiko, klarerer ROI) und parallel Meta Ads für Awareness und Retargeting aufzubauen. Mehr dazu in unseren anderen Blog-Beiträgen zu Meta.

Nächste Schritte

  1. Google Merchant Center einrichten und Produkt-Feed hochladen
  2. Enhanced Conversions aktivieren (Google Tag + Shop-Integration)
  3. Erste Shopping-Kampagne starten mit 30–50 €/Tag
  4. Branded Search-Kampagne aufsetzen zum Schutz deiner Marke
  5. 4 Wochen Daten sammeln, dann erste Optimierung

Brauchst du Unterstützung beim Setup? Als zertifizierte Berater helfen wir dir, deine Google-Ads-Kampagnen von Anfang an richtig aufzubauen – ohne das typische Lehrgeld. Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.


FAQ – Google Ads für Online-Shops

Wie viel Budget brauche ich für Google Ads im E-Commerce?

Für einen aussagekräftigen Test empfehlen wir mindestens 1.800–3.000 € pro Monat, verteilt auf Shopping- und Search-Kampagnen. Damit generierst du in 4–6 Wochen genug Daten für fundierte Optimierungsentscheidungen. Unter 1.000 €/Monat dauert die Lernphase deutlich länger und die Datenqualität leidet.

Google Shopping oder Performance Max – was ist besser für Anfänger?

Für den Einstieg empfehlen wir eine Standard-Shopping-Kampagne, weil du mehr Kontrolle und Transparenz hast. Performance Max kann parallel getestet werden, ist aber oft eine Black Box ohne entsprechende Scripts als Ergänzung – du siehst weniger Daten darüber, was funktioniert und was nicht. Wenn du mit beiden arbeitest, hast du wertvolle Vergleichsdaten.

Wie optimiere ich meinen Google Shopping Feed?

Drei Hebel sind entscheidend: 1) Produkt-Titel optimieren – relevante Keywords, Marke, Farbe, Größe einbauen. 2) Hochwertige und aussagekräftige Produktbilder verwenden. 3) Feed-Daten aktuell halten – Preise und Verfügbarkeit müssen immer mit dem Shop übereinstimmen. Die meisten Shop-Systeme bieten Plugins, die den Feed automatisch synchronisieren.

Welcher ROAS ist gut bei Google Ads für E-Commerce?

Das hängt von deiner Marge ab. Als Faustregel: Berechne deinen Break-Even-ROAS (z. B. bei 50 % Marge = 200 % ROAS). Ein guter ROAS liegt mindestens 30–50 % darüber. In der Praxis sehen wir bei optimierten E-Commerce-Accounts typischerweise 400–800 % ROAS bei Shopping-Kampagnen. Aber jede Branche und jedes Preissegment ist anders.

Wie lange dauert es, bis Google Ads profitabel wird?

Rechne mit 4–8 Wochen bis zur Profitabilität. Die ersten 2 Wochen sind reine Datensammlungsphase. Ab Woche 3–4 werden erste Optimierungen wirksam. Ab Woche 6–8 sollte dein Account stabil performen, wenn Tracking, Feed und Kampagnenstruktur sauber aufgesetzt sind. Geduld ist der wichtigste Erfolgsfaktor beim Start.


Über den Autor: Hanno Fäßler berät mit seinem Team KMU im DACH-Raum zu Performance Marketing, E-Commerce und digitaler Wachstumsstrategie. Als zertifizierter KMU.DIGITAL Berater und E-Commerce & Social Media Expert (WIFI) betreut sein Team Google-Ads-Accounts von 1.000 bis 30.000+ € monatlich.

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