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E-Commerce

Cold Friendly Offer: So kalkulierst du ein Neukunden-Angebot, das profitabel skaliert

Hanno Fäßler ·

Du schaltest Ads auf kalten Traffic – aber weißt nicht, ob dein Angebot überhaupt profitabel skalierbar ist? Viele Online-Shops verbrennen Werbebudget, weil sie ihre Margen nicht sauber durchkalkuliert haben. Ein Cold Friendly Offer löst genau dieses Problem: Es ist ein Angebot, das Neukunden überzeugt und dir trotzdem genug Marge lässt, um über Paid Ads profitabel zu wachsen.

Was ist ein Cold Friendly Offer?

Ein Cold Friendly Offer ist ein kalkuliertes Einstiegsangebot für Neukunden – Menschen, die deine Marke noch nicht kennen. Im Gegensatz zu einem beliebigen Rabatt ist es strategisch durchgerechnet: Der Preis ist attraktiv genug, um Kaufbarrieren bei Cold Traffic zu senken, und gleichzeitig so kalkuliert, dass nach Abzug aller Kosten inklusive Werbeausgaben noch Gewinn übrig bleibt.

Das Prinzip dahinter: Neukunden brauchen einen stärkeren Kaufanreiz als Bestandskunden. Sie kennen dein Produkt nicht, haben kein Vertrauen aufgebaut und vergleichen aktiv. Ein Cold Friendly Offer gibt ihnen einen Grund, jetzt zu kaufen – ohne dass du dabei draufzahlst.

Warum Bauchgefühl bei der Preisgestaltung gefährlich ist

Die häufigsten Fehler, die wir bei E-Commerce-Unternehmen sehen:

  • Rabatte ohne Margenprüfung: Ein 30 %-Rabatt klingt nach einem guten Angebot – aber wenn dein Deckungsbeitrag nur 35 % beträgt, bleibt nach Ads-Kosten nichts übrig.
  • CPA wird ignoriert: Du weißt, was ein Klick kostet, aber nicht, was ein Neukunde kosten darf. Ohne maximalen CPA fährst du blind.
  • Fixkosten vergessen: Der Deckungsbeitrag pro Stück sieht gut aus – aber Miete, Tools und Personal sind nicht eingerechnet.
  • Retouren nicht einkalkuliert: Bei einer Retourenquote von 15 % schrumpft deine Marge deutlich – das muss ins Pricing einfließen.

All das führt dazu, dass Shops entweder zu günstig verkaufen (und bei jedem Verkauf Geld verlieren) oder zu teuer (und Cold Traffic nicht konvertiert).

Die Kennzahlen, die du kennen musst

Um ein Cold Friendly Offer sauber zu kalkulieren, brauchst du ein Verständnis für die wichtigsten Deckungsbeitragsstufen:

KennzahlBedeutung
DB1 (Rohertrag)Nettoumsatz minus Einkaufspreis – was nach dem reinen Wareneinsatz übrig bleibt
DB2 (nach variablen Kosten)DB1 minus Versand, Verpackung, Plattform-Gebühren, Zahlungsgebühren, Retouren – dein echter Stückgewinn vor Ads
DB3 (nach Ads)DB2 minus Werbekosten pro Verkauf (CPA) – was tatsächlich pro Neukunde übrig bleibt
Break-even ROASDer Mindest-ROAS, ab dem du mit Ads nicht draufzahlst
Max. CPADer höchste Betrag, den ein Neukunde über Ads kosten darf, bevor du Verlust machst

Der DB2 ist die entscheidende Zahl. Er zeigt dir, wie viel Budget du maximal pro Verkauf in Werbung investieren kannst. Ist dein DB2 bei 12 € und dein CPA bei 15 €, verlierst du 3 € pro Neukunde. Ist dein CPA bei 8 €, hast du 4 € Gewinn pro Verkauf – plus den Lifetime Value des Kunden.

Unser Cold Friendly Offer Kalkulator

Damit du nicht mit Tabellenkalkulationen jonglieren musst, haben wir den Cold Friendly Offer Kalkulator gebaut. Das Tool berechnet in Echtzeit:

  • Angebots-Attraktivität: Rabatt auf Listenpreis, Wert-Preis-Verhältnis und ob du eine psychologische Preisschwelle triffst
  • Stückkalkulation: DB1, DB2, DB3 und Break-even auf einen Blick
  • Kostenaufschlüsselung: Ein Wasserfall-Diagramm zeigt dir exakt, wohin jeder Euro fließt
  • Ads-Kennzahlen: Break-even ROAS, Ziel-ROAS, maximaler CPA und CPC, optimaler Budget-Korridor
  • ROAS-Szenarien: Was passiert bei verschiedenen ROAS-Werten mit deinem Gewinn?
  • Monatliche Hochrechnung: Umsatz, Gewinn und Ad Spend auf Monatsbasis – inklusive organischer Verkäufe

Du gibst deine Produktdaten ein (VK-Preis, Angebotspreis, Einkaufspreis, Versand, Plattform-Gebühren, Retouren) und der Kalkulator zeigt dir sofort, ob dein Cold Friendly Offer profitabel skalierbar ist – oder wo du nachbessern musst.

Cold Friendly Offer in 4 Schritten erstellen

Schritt 1 – Kosten ehrlich erfassen: Trage alle Kosten ein – nicht nur den Einkaufspreis, sondern auch Versand (für dich als Händler), Verpackung, Plattform-Gebühren und Zahlungsanbieter-Kosten. Die meisten unterschätzen ihre variablen Kosten pro Verkauf.

Schritt 2 – Angebotspreis festlegen: Dein Cold Friendly Offer sollte mindestens 20 % unter dem regulären VK-Preis liegen, um für Cold Traffic attraktiv genug zu sein. Achte auf psychologische Preisschwellen (49 statt 52 €, 29 statt 34 €).

Schritt 3 – Ads-Kosten einrechnen: Setze deinen durchschnittlichen CPA ein. Falls du noch keine historischen Daten hast, rechne mit 12–20 € als Richtwert für Cold Traffic im DACH-Raum (je nach Branche und Produktpreis).

Schritt 4 – Prüfen und anpassen: Ist der DB3 positiv? Liegt der Break-even ROAS in einem realistischen Bereich? Falls nicht, hast du drei Stellschrauben: Angebotspreis erhöhen, Einkaufskosten senken oder ein Produkt mit besserer Marge wählen.

Wann lohnt sich ein Cold Friendly Offer besonders?

  • Produkte mit hohem Wiederkaufpotenzial: Verbrauchsgüter, Supplements, Kosmetik – der erste Kauf darf weniger Marge haben, weil der Lifetime Value stimmt.
  • Saisonale Launches: Ein neues Produkt über Ads einführen, mit einem kalkulierten Einstiegsangebot statt blindem Rabatt.
  • Skalierung über Paid Ads: Du willst dein Ad-Budget erhöhen, weißt aber nicht, bis zu welchem Spend es noch profitabel bleibt.
  • Marktplatz-Alternative: Statt auf Amazon mit Niedrigpreisen zu konkurrieren, baust du über Cold Friendly Offers deinen eigenen Kundenstamm auf.

Fazit: Erst rechnen, dann skalieren

Ein Cold Friendly Offer ist kein Rabatt aus dem Bauch heraus – es ist ein strategisch kalkuliertes Angebot mit klarer Margenstruktur. Der Unterschied zwischen Shops, die profitabel über Ads wachsen, und solchen, die Geld verbrennen, liegt fast immer in der Kalkulation.

Probiere unseren Cold Friendly Offer Kalkulator aus – und finde heraus, ob dein Angebot wirklich skalierbar ist. Brauchst du Unterstützung bei der Angebotsstrategie oder deinem Ads-Setup? Lass uns kostenlos draufschauen.


FAQ – Cold Friendly Offer

Was ist der Unterschied zwischen einem Cold Friendly Offer und einem normalen Rabatt?

Ein normaler Rabatt wird oft pauschal vergeben, ohne die Gesamtkalkulation zu berücksichtigen. Ein Cold Friendly Offer ist dagegen strategisch durchgerechnet: Der Angebotspreis wird so gewählt, dass er für Neukunden attraktiv genug ist, um die Kaufbarriere zu senken – und gleichzeitig nach Abzug aller variablen Kosten und Werbeausgaben noch Gewinn übrig bleibt. Es ist ein datenbasiertes Angebot, kein Bauchgefühl-Rabatt.

Wie hoch sollte der Rabatt bei einem Cold Friendly Offer sein?

Ein Cold Friendly Offer sollte mindestens 20 % unter dem regulären Verkaufspreis liegen, um für Cold Traffic spürbar attraktiv zu sein. Entscheidend ist aber nicht die Rabatthöhe allein, sondern ob der resultierende Angebotspreis eine psychologische Preisschwelle trifft (z. B. 49 statt 54 €) und ob dein Deckungsbeitrag nach Ads-Kosten noch positiv ist. Unser Kalkulator zeigt dir beide Werte sofort an.

Was bedeutet Break-even ROAS und warum ist er wichtig?

Der Break-even ROAS (Return on Ad Spend) ist der Mindest-ROAS, ab dem du mit deinen Werbeanzeigen keinen Verlust mehr machst. Liegt dein Break-even ROAS bei 3,0, musst du für jeden investierten Werbe-Euro mindestens 3 € Umsatz generieren. Alles darüber ist Gewinn, alles darunter bedeutet Verlust pro Verkauf. Je niedriger dein Break-even ROAS, desto mehr Spielraum hast du beim Skalieren deiner Ads.

Funktioniert ein Cold Friendly Offer auch für hochpreisige Produkte?

Ja, besonders gut sogar. Hochpreisige Produkte haben in der Regel höhere absolute Margen, was mehr Spielraum für Werbekosten pro Verkauf lässt. Ein Produkt mit 200 € VK und 40 % Marge gibt dir 80 € DB1 – deutlich mehr Budget für Ads als ein 30-€-Produkt. Allerdings sind CPAs bei hochpreisigen Produkten ebenfalls höher, weil der Kaufentscheidungsprozess länger ist. Der Kalkulator hilft dir, den optimalen Angebotspreis für jede Preisklasse zu finden.


Über den Autor: Hanno Fäßler berät mit seinem Team KMU im DACH-Raum zu Performance Marketing, E-Commerce und digitaler Wachstumsstrategie. Als zertifizierter KMU.DIGITAL Berater und E-Commerce & Social Media Expert (WIFI) setzt sein Team datengetriebene Optimierung als Kernkompetenz ein.

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